De Platte Taal

„De Platte Taal – Ursprung und Entwicklung des Plattdeutschen“

Der Vortrag gibt einen kompakten Überblick über die Entstehung, Entwicklung und regionale Vielfalt der plattdeutschen Sprache. Eingebettet sind Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen des Heimatvereins Zetel, die sich ebenfalls mit regionaler Kultur und Tradition befassen.

Zu Beginn wird betont, dass Plattdeutsch – oder „Platt“ – eine Sprache mit langer Geschichte ist, die einst als bedeutende Handels- und Kultursprache rund um die Nord- und Ostsee diente. Schon im Mittelalter war sie weit verbreitet und wurde von Kaufleuten, Handwerkern und in der Hanse als Verkehrs- und Vertragssprache genutzt.

Der Begriff „Platt“ ist älter als die Bezeichnung „Niederdeutsch“. Ursprünglich bedeutete er im 16. Jahrhundert „klar“, „deutlich“ oder „geradeheraus“ und bezog sich auf eine allgemein verständliche Sprache des Volkes – im Gegensatz zur lateinischen Gelehrtensprache. Erst später, im 17. Jahrhundert, erhielt „Platt“ teilweise einen abwertenden Beiklang und wurde mit der Sprache der einfachen Bevölkerung verbunden. Wichtig ist: Der Begriff leitet sich nicht vom „flachen Land“ ab, wie oft angenommen wird.

Sprachgeschichtlich entwickelte sich das Plattdeutsche aus dem Altsächsischen. Zwischen etwa 1150 und 1200 entstand daraus das Mittelniederdeutsche, das bis etwa 1650 die dominierende Sprache im norddeutschen Raum war. Seine Blütezeit lag zwischen 1350 und 1550, als die Hanse wirtschaftlich und politisch großen Einfluss hatte. In dieser Zeit wurde Mittelniederdeutsch in Handel, Recht und Diplomatie genutzt.

Ab etwa 1650 begann das Hochdeutsche das Niederdeutsche als Schrift- und später auch als Umgangssprache zu verdrängen. Der Norden wurde dadurch teilweise dreisprachig: Hochdeutsch, Niederdeutsch und – in Ostfriesland – das Ostfriesische, das heute noch im Saterland lebt. Das Niederdeutsche entwickelte sich regional weiter und bildet heute zahlreiche Dialekte, darunter das ostfriesische Platt.

Ein Schwerpunkt des Vortrags liegt auf der Vielfalt dieser Dialekte. Das ostfriesische Platt gliedert sich in zwei Hauptgruppen: das Harlingerländer Platt im Osten und die westlichen Dialekte wie das Rheiderländer oder Borkumer Platt, die dem Groninger Platt sehr nahe stehen. Ein markantes Unterscheidungsmerkmal ist das Verb für „sprechen“: Während im Harlingerland „snacken“ üblich ist, sagen andere Ostfriesen „proten“. Diese Sprachgrenze entspricht alten friesischen Dialektgebieten.

Auch das Nordoldenburgische wird vorgestellt. Es gilt als besonders nah an der historischen Hansesprache, weist aber ebenfalls regionale Unterschiede in Aussprache und Wortschatz auf – etwa bei Formen wie „wi sünd“/„wi sund“ oder „Keuh“/„Keih“.

Der Vortrag verbindet damit historische Entwicklung, sprachliche Vielfalt und regionale Identität. Er zeigt, wie lebendig und vielschichtig die plattdeutsche Sprache ist und wie eng sie mit der Geschichte Norddeutschlands verbunden bleibt.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert